Über 1.000 Meldungen nach einem Jahr

Dieses Bild wurde mit KI generiert.

Vor einem Jahr haben wir den „KITA-ALARM“ gestartet – eine kleine Funktion, mit dem Frankfurter Eltern Einschränkungen in ihrer Betreuung unkompliziert und anonym melden können. Die Bilanz nach zwölf Monaten zeigt ein deutliches Bild: Über 1.000 Meldungen machen die tägliche Belastung durch Betreuungsausfälle greifbar. Und das ist nur eine punktuelle Stichprobe – allein in den letzten sechs Monaten haben wir den Melder nicht einmal mehr aktiv beworben.

Als wir den Betreuungsmangelmelder ins Leben riefen, wollten wir ein Stimmungsbild zeichnen. Offizielle Statistiken zu spontanen Kürzungen der Öffnungszeiten, Gruppenschließungen oder der Bitte, Kinder nach Möglichkeit zu Hause zu lassen, gibt es seitens der Stadtpolitik und Verwaltung bisher immer nicht.

Der Betreuungsmangelmelder erhebt zwar keinen Anspruch auf wissenschaftliche Vollständigkeit oder statistische Repräsentativität – dafür fehlen flächendeckende Daten aller Einrichtungen. Doch die über 1.000 eingegangenen Rückmeldungen dienen als starkes Trendbarometer: Sie zeigen, dass Notfallregelungen für viele Familien längst zum dauerhaften Ausnahmezustand geworden sind. Dass selbst ohne aktive Bewerbung im letzten halben Jahr kontinuierlich weitere Meldungen eingingen, unterstreicht, wie hoch der Leidensdruck in den Familien nach wie vor ist.


Was in den Frankfurter Kitas passiert – Eltern berichten

Die Auswertung der jüngsten Meldungen zeigt ein wiederkehrendes Muster aus extrem kurzfristigen Schließungen, gekürzten Öffnungszeiten (oft nur bis 14:00 Uhr) und Überlastung. Besorgniserregend ist die Zunahme des Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“:

„Als wir im Kindergarten ankamen, wurde uns mitgeteilt, dass alle Plätze belegt seien und wir wieder nach Hause gehen sollten. Wer zuerst da war, bekam einen Platz. (...) Die Kinder sind gestresst, die Eltern verlieren ständig ihre Jobs.“

Besonders die späte und mangelhafte Kommunikation stellt Familien vor unlösbare Aufgaben:

„Info kam erst nach 8:00 Uhr. Viele Eltern wurden an der Tür abgelehnt. Es erfolgte das First-Come-First-Serve-Prinzip. Es kommt immer häufiger vor und ist nicht mehr tragbar.“

Neben kurzfristigen Krankmeldungen bringen absehbare Planungsfehler das Fass oft zum Überlaufen:

„Urlaub der Leitung, keine Stellvertretung, parallel Fortbildung und Langzeitkrankheit. (...) Jede Woche Notbetreuung, weil Erzieher gleichzeitig krank, im Urlaub oder auf Fortbildung sind. Wir Eltern sind immer verpflichtet, unsere Arbeit zu vernachlässigen.“


Unsere Forderungen an die Stadt Frankfurt

Diese Zustände gefährden Arbeitsplätze, belasten die Entwicklung der Kinder und überfordern das verbleibende Kita-Personal. Wir fordern vom Magistrat:

  • Städtische Dokumentation: Eine offizielle, flächendeckende Erfassung ALLER Betreuungsausfälle.

  • Personaloffensive: Nachhaltige Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel.

  • Faire Notfallkonzepte: Verbindliche Kriterien statt Windhundverfahren an der Kita-Tür.

  • Realistischer Betreuungsschlüssel: Vorausschauende Planung, realistische Abdeckung von Urlauben und Fortbildungen.

Gibt es auch in eurer Kita Ausfälle? Jede Einreichung hilft ein deutlicheres Bild zu zeichnen!

👉 Jetzt melden unter: kitaeltern-frankfurt.de/kita-alarm

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